Ich habe schulfrei und deshalb viel Zeit, obwohl, eigentlich haben wir morgen ja eine Französischprüfung, für die es noch einiges zu lernen gäbe, aber das hat noch Zeit. Bald ist das erste Jahr am MNG vorbei, schnell vergangen ist es auf jeden Fall. Ich möchte kurz darüber schreiben, was ich jetzt, nach diesem ersten Jahr, von den Leuten aus meiner Klasse halte.
Nils ist voll in Ordnung. Er ist easy drauf, mit ihm kann man rumblödeln und ernsthaft über bestimmte Dinge sprechen (wenn auch nicht über alles). Auch wenn seine Bemerkungen und Beiträge im Deutsch (z.B. «ich heisse Nils, weil ich gescheit bin») manchmal ein bisschen zu denken geben.
Thomas ist als Schulkollege wirklich ok. Er ist ein guter Sportler, deshalb kann man mit ihm auch gut über Sport (neben Schule im Moment übrigens das einzige Thema) sprechen. Bei ihm muss ich Ronja und Joana wirklich recht geben, er ist tatsächlich härzig (wie ein kleines Kind).
David: Auch ihn möchte ich ausserhalb der Schule nicht unbedingt um mich haben, aber er ist einer meiner besten Schulkollegen. Auch er ist ein toller Sportler, das verbindet.
Matthias habe ich am Anfang völlig falsch eingeschätzt. Er ist wirklich ein witziger Typ, auch wenn ich auch mit ihm im Moment noch nicht gerade in den Ausgang gehen würde. Viele (auch ich) können nicht ganz verstehen, warum er immer mit Philipp, Patrizia und Claudia rumhängt.
Philipp ist der Inbegriff eines MNG-Schülers. Sein grösstes Hobby ist das Programmieren, ausserdem ist er der korrekteste Klassenkassier, den ich je gesehen habe. Auch wenn ich nicht unbedingt sehr viel von ihm halte, so ist auch er als Kollege in Ordnung.
Benni habe ich in meinem Tagebuch oft etwas Unrecht angetan. Es stimmt zwar, dass er oft etwas intolerant und «künstlich cool» ist, aber er ist immerhin auch der beste Freund, den ich im Moment habe. Ich glaube, wir sind einfach ein bisschen zu oft zusammen.
Konrad: Auch er ist (wie Philipp) ein Schüler durch und durch. Trotzdem, dass er in Zürich wohnt, ist er sehr naiv und kindlich. Doch wenn er mal etwas älter ist, ist er sicher easy.
Joana ist auf jeden Fall sehr hübsch. Abgesehen davon ist sie voll in Ordnung. Benni ist der Meinung, dass sie sich für ihre siebzehn Jahre recht kindisch verhält, und in gewissen Bereichen hat er damit sicher recht. Andererseits verhält sie sich manchmal auch recht erwachsen. Naja, auf jeden Fall habe ich sie sehr gerne.
Ronja: Tja, über sie muss ich wohl nicht viel sagen. Sie ist ein Mädchen durch und durch, ihr ganzes Verhalten ist sehr weiblich. Ich liebe sie. Sie ist nicht nur wunderschön, sie ist so … Ronja like.
Claudia ist wirklich nicht ganz normal, ich glaube, die ist sowohl motorisch als auch geistig irgendwo gestört. Ich versuche, sie zu akzeptieren und zu tolerieren, man kann mit ihr leben.
Patrizia: Was ich von ihr halte, ist schwierig zu erklären. Ich finde sie im Grunde ganz in Ordnung, nur ist sie halt noch wie ein Kind und sie ist nicht sehr weiblich, ausserdem ist sie viel zu sehr Schülerin. Schlussendlich stört sie mich sicher nicht.
Tanja ist eine gute Kollegin, hat aber irgendetwas sehr unsympathisches an sich. Manchmal übertreibt sie es ein wenig mit dem Lachen (eben nicht lächeln, sondern lachen), aber sie ist wirklich ok.
Nathalie: Auch an sie gewöhnt man sich mit der Zeit. Wenn man nicht allzu oft mit ihr zusammen sein muss, ist sie sogar noch easy. Trotzdem kann sie einem manchmal recht auf die Nerven gehen.
Benji ist sicherlich einer der besten Kollegen, die ich habe. Als Freund möchte ich ihn im Moment noch nicht bezeichnen. Ich habe leider kein Vertrauen mehr zu ihm und finde es traurig, dass er es trotz all seinen Philosophien nicht fertigbringt, sein Leben mal zu ordnen. Aber ich will nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht! Benji ist wirklich cool! Er ist witzig, sportlich und sehr nett. Ausserdem hat er mich in meinem Leben einen grossen Schritt weitergebracht. Ich glaube, ich kann noch viel von ihm lernen, aber, ohne eingebildet wirken zu wollen, ich glaube, er könnte auch einiges von mir lernen.
Monika ist eine sehr, sehr schwierige Person. Nachdem sie aus ihrer «Deprophase» ein wenig raus ist, ist sie jetzt eigentlich von den meisten akzeptiert, vor allem Joana versteht sich jetzt wirklich richtig gut mit ihr. Auch ich finde sie eigentlich noch nett. Aber sie ist sehr instabil, sie könnte jederzeit wieder in Depressionen fallen. Ausserdem hat sie durch das Jahr, das sie voraus ist, glaube ich, eine soziale Stufe verpasst (erinnert mich irgendwie an Jonas aus der Klasse 1/2d an der Hohen Promenade).
Louis ist eine ähnlich schwierige Person wie Monika. Er ist die unbeliebteste und am meisten verarschte Person, die ich je kennengelernt habe, er hat wirklich nicht viele Freunde! Viele haben etwas Mitleid mit ihm, aber sind auch der Meinung, dass er selbst Schuld ist (womit sie übrigens recht haben). Ich bin tatsächlich einer der wenigen, die ihn mögen. Sicherlich ist er eine Nervensäge und es ist peinlich, mit ihm unterwegs zu sein, aber sonst ist er eigentlich ganz in Ordnung. Leider wird er nach den Sommerferien nicht mehr zu unserer Klasse gehören, er wird wiederholen müssen.
Arthur: Auch er wird nach den Ferien wahrscheinlich nicht mehr «zu uns gehören». Er ist zwar für sein Alter sehr, sehr weit, für mein Alter verhält er sich aber noch sehr kindisch. Er geht einem manchmal ganz schön auf den Keks, aber sonst ist er easy. Schade, dass auch er wiederholen muss.
Elias ist genauso ein typischer MNG-Schüler wie Philipp, auch er verbringt seine Freizeit vor allem mit lernen und vor dem Computer sitzen. Er ist nicht gerade der Beliebteste der Klasse, aber wenn man sich ihm ein wenig anpasst, ist er ok.
Finn ist der Sonnenschein unserer Klasse, meist gut aufgelegt und easy drauf. Eigentlich von allen gern gesehen. Er verhält sich zwar manchmal wie ein Kind, man merkt ihm aber an, dass er das weiss, im Grunde ist er erwachsener als die meisten anderen der Klasse.
Michael ist neben Benni mein bester Kollege in der Klasse, auch wenn ich nicht sicher weiss, was er von mir so genau hält. Er hat eine sehr ruhige, sichere Art, macht aber andererseits nur Dinge, die er will, ohne Rücksicht auf Verluste.
Adam ist voll militant. Er kann einen wirklich zu tode nerven, aber mit etwas Anstrengung erträgt man auch ihn.
So, das war bzw. sind sie, meine Klassenkameraden/innen. Es ist aber wichtig, dass ich sage, dass ich sie immer noch kaum kenne, da kann sich noch viel verändern!